Wasserkraft
Die Wasserkraft wird bereits seit den Anfängen der Elektrizitätserzeugung Ende des 19. Jahrhunderts genutzt, zum Beispiel als Antriebsmittel in Mühlen und Sägewerken. Sie stellte lange Zeit die einzige bedeutende regenerative Energiequelle für die Stromerzeugung dar. Heute ist die Wasserkraft eine ausgereifte Technologie, die weltweit nach der traditionellen Biomassenutzung die am meisten genutzte erneuerbare Energiequelle darstellt. Nach unterschiedlichen Quellenangaben stammen derzeit rund 16 bis 19 Prozent des gesamten weltweiten Nettostromverbrauchs aus dieser Energiequelle. In Deutschland war die Wasserkraft lange Zeit die bedeutendste regenerative Energie. Seit 2004 wird mehr Strom aus Wind als aus Wasserkraft gewonnen.
Die Möglichkeiten zur rentablen Nutzung von Wasserkraft hängen in hohem Maße von den natürlichen Gegebenheiten eines Landes ab. Mehr als 20 Länder der Erde wie Norwegen und Paraguay decken ihren Strombedarf zu über 90 Prozent aus Wasserkraft, viele andere zu einem überwiegenden Teil, darunter Österreich, Brasilien, Venezuela oder Kanada.
Der große Vorteil der Wasserkraft liegt in der relativ stetigen Verfügbarkeit, ihrem hohen Wirkungsgrad und der Fähigkeit, Energie zu speichern. Damit leistet die Wasserkraft einen wichtigen Beitrag zur Deckung der Grundlast wie zur Netzstabilität. Wasserkraftwerke arbeiten mit dem höchsten Wirkungsgrad aller heute bekannten Energieerzeugungs-Systeme. Sie sind weitgehend automatisiert und verursachen vergleichsweise geringe Betriebskosten. Sie dienen auch einer geplanten Wasserwirtschaft, die Hochwasserkatastrophen vorbeugt, Flüsse schiffbar macht und Bewässerungsprobleme löst.
Branche Inland
Die Menge des in Deutschland erzeugten Wasserkraftstroms ist seit einigen Jahren weitgehend stabil. Im Jahr 2006 betrug die Stromerzeugung aus Wasserkraft etwa 21,6 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit betrug ihr Anteil 3,5 Prozent an der gesamten Stromerzeugung (Quelle: AGEE-Stat, Branchenangaben; Stand: April 2007).
Die gesamte in Deutschland installierte Leistung betrug Ende 2006 etwa 4.680 Megawatt, die sich auf rund 7.500 Anlagen verteilen. Die Unternehmen der Wasserkraft-Branche sehen in Deutschland noch ein Ausbau-Potenzial von etwa 2.000 Megawatt (Quelle: Informationskampagne für Erneuerbare Energien, IKEE). In Deutschland gibt es eine überschaubare Anzahl von mittleren und kleinen sowie wenigen großen Unternehmen, die Turbinen und andere Maschinenbau-Komponenten für den Bereich Wasserkraft produzieren. Einige von ihnen blicken dabei auf eine lange Tradition und entsprechende Erfahrung bei der Entwicklung und dem Einsatz von Wasserkraft-Technologien zurück. Die Wasserkraft-Branche in Deutschland verzeichnete im Jahr 2006 einen Umsatz von etwa 1,27 Milliarden Euro. 70 Millionen davon wurden in neue Anlagen investiert.
Für die Wasserkraftindustrie spielt der Export mit einer Quote von über 80 Prozent eine besonders große Rolle.