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Biomasse

Die Bioenergie ist die älteste Energiequelle der Menschheit. Seit vielen tausend Jahren nutzt die Menschheit Biomasse als Energieträger. In Form von Holz war sie lange Zeit das wichtigste Material zum Heizen und Kochen, bis Kohle, Erdöl und Erdgas sie ersetzten. Weltweit ist die Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger. Noch heute werden in Asien durchschnittlich sieben Prozent des Primärenergieverbrauchs durch Brennholz gedeckt, in Lateinamerika zehn Prozent und in Afrika schätzungsweise 40 Prozent, was allerdings teilweise fatale Folgen für die Waldbestände und Böden der betreffenden Länder hat. Denn wenngleich Holz und Holzkohle prinzipiell zu den erneuerbaren Energieträgern zählen, so können doch selbst umfangreiche Wiederaufforstungsmaßnahmen eine unangepasste, exzessive Nutzung oft nicht mehr ausgleichen. Solch gravierenden Problemen stehen verschiedene Vorteile der Bioenergie gegenüber anderen regenerativen Energien gegenüber: Energie aus Biomasse ist speicherbar und nach Bedarf regelbar, und sie besitzt einen hohen Wirkungsgrad. Ihre Verbrennung setzt genau die Menge Kohlendioxid (CO2) frei, die zuvor beim Wachstum der Pflanzen durch die Photosynthese gebunden wurde. Durch den geschlossenen CO2-Kreislauf ist die Biomasse ein klimafreundlicher Energieträger, der keine zusätzlichen Treibhausgase verursacht.

Technik

Neben Brennholz eignen sich etliche weitere feste sowie flüssige und gasförmige Rest- und Abfallprodukte wie Stroh, Siedlungsmüll, Pflanzenöl, Klär- und Deponiegas, pflanzliche oder tierische Gärsubstrate für eine energetische Nutzung. Biomasse eignet sich zur Erzeugung von Strom, Wärme und Treibstoff und gilt daher als einer der vielseitigsten Energieträger.

Die Vielseitigkeit des Energieträgers spiegelt sich in einem weiten technologischen Anwendungsbereich. Für die Wärmeerzeugung stehen verschiedene Kleinfeuerungsanlagen zur Verfügung, in Deutschland vorwiegend im Leistungsbereich von 15 Kilowatt bis ein Megawatt. Dazu zählen Stückholz-, Hackschnitzel- und Pelletfeuerungen. Für die relativ junge Nutzung von Biomasse zur Stromerzeugung bestehen unterschiedlichte Möglichkeiten wie etwa die Dampferzeugung durch Verbrennung von fester Biomasse und den Antrieb von Dampfturbinen oder Dampfmotoren oder die Biomassevergasung für die Stromerzeugung in Gasturbinen von Biogasanlagen. Die verschiedenen Stromerzeugungstechnologien können grundsätzlich auch in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden, so dass unter sehr hohen Wirkungsgraden gleichzeitig Strom, Wärme und gegebenenfalls Kälte entsteht. Zu den innovativen Technologien der Kraft-Wärme-Kopplung zählen Blockheizkraftwerke, Gasturbinen, Brennstoffzellen und Stirlingmotoren. Die wichtigsten Biokraftstoffe für den Fahrzeugantrieb sind zurzeit Alkoholkraftstoffe für den Einsatz in Benzinmotoren oder Brennstoffzellen mit hohen Antriebswirkungsgraden, Pflanzenöle (in Deutschland hauptsächlich Raps- und Sonnenblumenöl) und Biodiesel für die Nutzung in Dieselmotoren. Neue Verfahren zur Erzeugung synthetischer Biokraftstoffe sind in der Entwicklung, zum Beispiel BTL (Biomass-to-Liquid). Diese Verfahren nutzen die gesamte Biomasse der Pflanze und nicht nur den Öl- bzw. Zuckeranteil. Dadurch vergrößert sich das für Biokraftstoffe nutzbare Potenzial erheblich. Allerdings darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass mit einer steigenden Nutzung von Biomasse in der energetischen Verwertung die Nutzungskonkurrenzen zueinander sowie zu den Verwendungsbereichen der Biomasse im stofflichen und Nahrungs- sowie Futtermittelbereich zunehmen können.

Branche Inland

Im Jahr 2006 hat die Stromerzeugung aus Biogas einen großen Boom erlebt: Gegenüber dem Vorjahr vervielfachte sich die eingespeiste Strommenge von 3,2 auf rund 18,6 Milliarden Kilowattstunden. Die hohen Preise für Erdöl und Erdgas sowie als ausschlaggebendes Instrument die Förderungen durch das EEG, das Marktanreizprogramm und die Biomasse-Verordnung haben dazu beigetragen, dass auch die Nutzung von Bioenergie für die Wärmeversorgung zugenommen hat. Die Händler von Holzpellets meldeten im vergangenen Jahr erneut eine Verdopplung ihres Absatzes im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz von Biokraftstoffen im Jahr 2006 stieg von rund zwei Millionen Tonnen auf über drei Millionen Tonnen. Neben Biodiesel hatten Pflanzenöl und Bioethanol wie im Jahr 2005 einen bedeutenden Anteil  (Quelle: AGEE-Stat, Stand April 2007). Die Bioenergie-Branche verzeichnete 2006 einen Gesamt-Umsatz von 8,1 Milliarden Euro. Davon flossen 2,9 Milliarden Euro in Investitionen in neue Anlagen.


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